Die Thaya…

... ein „schrecklicher“ Fluss mit potenzieller Hochwassergefahr ...

... ein ruhiger Fluss mit besonderer Ausstrahlung ...

... ein Flusstal in dem man sich ganz einfach wohl fühlen kann …

Kurzinfo

Die Deutsche Thaya entspringt in der Nähe von Schweiggers im nordwestlichen Waldviertel auf einer Seehöhe von 658 m ü.A. nahe der mitteleuropäischen Wasserscheide. Sie vereinigt sich in Raabs mit der Mährischen Thaya zur Thaya. Die Deutsche Thaya umfasst in ihrem Einzugsgebiet im Oberlauf den nördlichen Teil des Bezirks Zwettl und den Bezirk Waidhofen/Thaya mit einem Einzugsgebiet von rund 772 km2. Die Mährische Thaya entspringt in der Böhmisch-Mährischen Höhe in Tschechien und weist ein Einzugsgebiet von etwa 630 km2 auf. Das gesamte Einzugsgebiet der Thaya beträgt bei der Mündung in die March bei Hohenau auf einer Seehöhe von ca. 150 m etwa 13.000 km2. Der Name Thaya stammt aus dem Illyrischen Dujas und bedeutet soviel wie „rauschender Fluss“.

Die größten Zubringer- oder Seitenbäche im Bezirk Waidhofen an der Thaya sind der Thauabach mit einem Einzugsgebiet von 107,2 km2, welcher rechtsufrig bei Markl in der Nähe von Windigsteig in die Deutsche Thaya mündet, sowie der Taxenbach, welcher ein Einzugsgebiet von 156,2 km2 umfasst und linksufrig bei Peigarten in die Deutsche Thaya mündet. Der Taxenbach entspringt auf tschechischem Gebiet und vereinigt in seinem Unterlauf sämtliche Bäche des nördlichen Waidhofener Beckens. Der Seebsbach mit einem Einzugsgebiet von 119,5 km2 mündet unterhalb Raabs in die Thaya. Er ist ein weiterer großer Zubringer innerhalb des Bezirks Waidhofen.

Charakteristisch für die Thaya ist der weitgehend natürliche, wenig verbaute und teilweise stark mäandrierende Verlauf. Die Beckenlagen des Thayatales sind zunehmend durch ihre intensive landwirtschaftliche Nutzung geprägt. Auffallend auch der über weite Strecken sichtbare ein- bis mehrreihige Gehölzsaum der Ufer, welcher vorwiegend aus Erlen und Weiden besteht. Dieser Gehölzsaum bietet durch seine unterspülten Wurzeln und herabhängenden Äste nicht nur den Fischen Unterstände, sondern dient auch der Uferbefestigung. Auch wenn der oberflächliche Eindruck einer intakten Flusslandschaft entstehen mag, so prägen neben den zahlreichen Stauhaltungen die praktisch völlig fehlenden Alt- oder Totarme das Bild einer vom Menschen beeinflussten Flussregion.

Neben den ausgeprägten Talmäandern ist für die Thaya auch typisch der häufige Wechsel zwischen langen Streckenabschnitten mit geringer Fließgeschwindigkeit, höherer Wassertiefe mit Feinsedimentablagerungen und kurzen, flach überströmten Gefällestufen mit stärkerer Fließgeschwindigkeit und gröberen Sohlsubstrat. Die für Kieslaicher wertvollen Schotter- und Kiesbänke dienen nicht nur der Eiablage für die Kieslaicher unter den Fischen sondern auch als Kinderstube für Jungfische und Lebensraum für Muscheln und Limikolen (Watvögel). Die künstlichen Staubereiche, die in Form der zahlreichen steinernen Wehranlagen schon immer der Wasserkraftnutzung  dienten, prägen das Bild des Thayaflusses ebenfalls nachhaltig. Früher überwog dabei die Nutzung als Mühle oder Sägewerk, wobei hingegen heute die Stromerzeugung im Vordergrund steht. Die älteste im Bezirk Waidhofen/Thaya urkundlich erwähnte Mühle (1261) ist die Taxenmühle am Taxenbach in der Gemeinde Kautzen.

Das Thayatal beherbergt eine einzigartige Pflanzen- und Tierwelt (Hangschluchtwälder), vor allem auch unter der Wasseroberfläche (Fische, Muscheln, Krebse, Wasserpflanzen, Makrozoobenthos) und gehört sicherlich zu den landschaftlich schönsten und artenreichsten Flusstälern Österreichs, was ja auch dadurch bestätigt wird, dass es gemäß FFH- Richtlinie und der Vogelschutzrichtlinie zum Europaschutzgebiet (Natura 2000) erklärt wurde.

Doch genießt das Thayatal seit einigen Jahren abschnittweise auch nationalen Schutzstatus:

Die Mährische Thaya wurde von der österr. Staatsgrenze bis zur Einmündung in die Deutsche Thaya samt allen auf ihr liegenden Inseln und Felsbildungen, samt ihrer Ufer und dem Saum der Ufergehölze im Jahr 1996 zum Naturdenkmal erklärt.

Das Thayatal beginnend im Gebiet der Stadtgemeinde Raabs, 300 m unterhalb des Altersheimsteges, stromabwärts bis zur österr. Staatsgrenze im Gebiet der Stadtgemeinde Drosendorf (mit beidseitigem Uferstreifen), wurde 1973 als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

Das Thayatal im Gemeindegebiet Dobersberg, die Katastralgemeinden Dobersberg, Riegers und Merkengersch umfassend, wurde im Jahre 1979 ebenfalls als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

Die Deutsche Thaya, beginnend auf Höhe Uhrenfachschule vorbei am „Hangenstein“ bis zur Mündung des linksufrigen Altarmes samt Ufersaum, wurde am 10.12.2008 zum Naturdenkmal erklärt (Flussparzelle 720/1, 722, KG Karlstein  und 579/2, KG Speisendorf von Flusskilometer 39,8 bis km 38,9+20m


 

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