Angelfischerei

Die Thaya…

... ein „schrecklicher“ Fluss mit potenzieller Hochwassergefahr ...

... ein ruhiger Fluss mit besonderer Ausstrahlung ...

... ein Flusstal in dem man sich ganz einfach wohl fühlen kann …

 

Die waidgerechte Ausübung der Angelfischerei ist Bestandteil unserer Landeskultur. In NÖ besitzen rund 43.000 Personen die amtliche Fischerkarte, weitere rund 20.000 Personen üben zwar die Angelfischerei aus, sind aber nicht in Besitz einer amtlichen Fischerkarte. Zur Gewährleistung einer tierschutz- und waidgerechten Ausübung der Angelfischerei sind klare Regeln notwendig. Diese werden im Rahmen von Fischerkursen zur Erlangung einer amtlichen Fischerkarte vermittelt.

Mit einem Umsatz von geschätzten 49 Millionen Euro pro Jahr, welche von den Anglern für Abgaben, Ausrüstung und Lizenzen ausgegeben werden, gilt die Angelfischerei als ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Weitere 6 Millionen Euro fließen zusätzlich in Gastronomie u. Tourismus.

Die Angelfischerei ist ähnlich wie die Jagd organisiert. In NÖ gibt es einen Landesfischereiverband als Körperschaft öffentlichen Rechts, der sich in 5 Fischereirevierverbände unterteilt. Jeder Fischereirevierverband verwaltet sozusagen die innerhalb seiner Zuständigkeit liegenden Fischereireviere. Aus den Revieren werden Vertreter gewählt, die die Interessen der Fischereiberechtigten (Besitzer eines Fischwassers) bzw. der Fischereiausübungsberechtigten (Pächter eines Fischwassers) vertreten.

Das Aufgabengebiet der Gremien und Funktionäre ist vielfältig und umfasst im allgemeinen die Wahrung der Interessen des Fischereiwesens und der Fischereiberechtigten und Fischereiausübungsberechtigten. Weitere Aufgaben sind fachliche Stellungnahmen, Teilnahme an Wasserrechtsverhandlungen, die Festlegung von Besatzrichtlinien, Schonzeiten und Brittelmaße, die Festsetzung der Höchstanzahl der für ein Revier zu vergebenden Lizenzen, die Ausstellung von Fischerkarten bzw. Fischergastkarten, die Führung des Fischereikatasters, die Ermittlung, Festlegung und Einhebung der Revierbeiträge, die Abhaltung von Fischerkursen usw.. Fischereireviere sind verpflichtet, für einen ausreichenden Schutz ihrer Reviere und des Fischereiwesens zu sorgen und müssen daher beeidete Fischereiaufseher bestellen. Die Schulung und Weiterbildung von Fischereiaufsehern und Gewässerwarten ist ebenfalls ein wichtiger Auftrag. Aus den zugewiesenen Mitteln der Fischerkartenabgabe werden Förderungen für das Fischereiwesen (Forschung, Projekte zur Lebensraumverbesserung an den Gewässern, Jugendförderung usw.) vergeben.

 

Fischereirecht(seit 25. April 1885 Fischereigesetz)

Das Fischereirecht ist ein Privatrecht, das in der Regel an das Eigentum von Gewässern gebunden ist. Aufgrund historischer Entwicklungen gibt es auch selbständige Fischereirechte an fremden Gewässern, die wie jedes Privatrecht als selbständiges dingliches Recht anzusehen sind.

Alle Gewässer, soweit sie fischereiwirtschaftlich nutzbar sind, werden in eine Revierbildung einbezogen. Ausgenommen  hievon sind in der Regel nur Teiche, die zur landwirtschaftlich tierzüchterischen Produktion von Zucht- oder Speisefischen dienen oder die als sogenannte "Hobbyteiche" angelegt wurden. Diese gelten als private Gewässer. In den Fischereirevieren steht das Fischereirecht, das ist das ausschließliche Recht, in diesem Gewässer Fische, Muscheln und Krustentiere zu hegen sowie zu fangen, dem Verfügungsberechtigten zu. Dies kann entweder der Eigentümer selbst  (bei privaten Gewässern) oder ein Pächter (bei privaten und öffentlichen Gewässern) sein.

Für die Ausübung der Fischerei wird neben der amtlichen Fischerkarte oder Fischergastkarte - auch eine privatrechtliche Erlaubnis (Fischereilizenz) des jeweiligen  Fischereiberechtigten oder -ausübungsberechtigten benötigt. Sonstige Beschränkungen für die Ausübung der Fischerei ergeben sich durch gesetzliche (Schonzeiten, Brittelmaße), behördliche oder auch private Verfügungen (Verbot der Verwendung bestimmter Geräte oder Köder).

 

Thayafischerei und Fischerei Hegeverbände

Die Thayareviere gehören mit Sicherheit zu den fischreichsten und auch artenreichsten Fischereirevieren Österreichs. Die Fischereiberechtigten und -ausübungsberechtigten der Reviere des oberen Thayatales haben sich zu 4 Hegeverbänden zusammengeschlossen, welche insgesamt 19 Reviere umfassen. Der ca. 142 km lange Flussabschnitt des oberen Thayatales erstreckt sich vom Ursprung der Deutschen Thaya in der Nähe von Schweiggers bis Raabs a. d. Thaya (Deutsche Thaya mit 96,5km), weiters die Mährische Thaya von der Staatsgrenze oberhalb von Unter Pertholz bis zur Einmündung in die Deutsche Thaya im Stadtgebiet von Raabs (Mährische Thaya mit 17,40 km) und vom Zusammenfluss der Mährischen Thaya und Deutschen Thaya in Raabs als Thaya bis zur Staatsgrenze bei Unterthürnau (Thaya mit 27,80 km).

Die Hegeverbände sind ein freiwilliger Zusammenschluss der Fischereireviere und sie wollen durch gemeinsame Zusammenarbeit die Bewirtschaftung der Reviere verbessern und koordinieren. Die hehren Ziele sind: Die Angelfischerei in ihrer waidgerechten Form darstellen und aufzeigen, dass es dabei nicht nur ums Fische fangen geht, sondern dass ein vielfältiger Einsatz rundherum (Hege und Pflege, Fischereischutz, Uferreinigungen, Besatzmaßnahmen, Fischwanderhilfen errichten, Gewässerverschmutzungen bekämpfen, Gewässerrevitalisierungen fördern etc.) erforderlich ist. Sie wollen das Image der Angelfischerei heben und wahren, Interessierte (Gäste, vor allem auch Kinder und Jugendliche) auf die Angelfischerei im Thayatal aufmerksam machen und ein besseres Verständnis bei Anrainern, Naturschützern, Behörden und anderen Naturnutzern erzielen.

Die Angelfischerei im Thayatal hat das Ziel, den Fischfang mit einem möglichst hohen Freizeit- und Erholungswert (in der Region), aber auch gewissermaßen mit einem Genusswert (mit der Region) zu verbinden. Sie lebt den sprichwörtlichen nachhaltigen, sanften Tourismus seit Jahrzehnten vor. Dabei ist sie auch ein vielschichtiger Wirtschaftsfaktor. Der angelfischereiliche Tourismus wird seit den sechziger Jahren mühevoll aufgebaut. Derzeit werden innerhalb der Hegeverbände Thaya I bis IV noch an die 900 Saisonfischereilizenzen (davon ca. 300 aus Wien und Umgebung) und eine geringe Anzahl an Tages- u. Wochenlizenzen verkauft. Erforderliche Besatzmaßnahmen kommen großteils wieder heimischen Teichwirtschaften und Fischzüchtern zugute. Sämtliche dieser Bewirtschaftungsmaßnahmen, aber auch Steuer- und Revierabgaben erfordern umfangreiche finanzielle Mittel und setzen einen erfolgreichen Verkauf an Fischereilizenzen voraus.

Viele Fischereiorganisationen, Fischereivereine, Fischereireviere und deren Funktionäre und die Fischer selbst sind bemüht nachteilige Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt in und an Gewässern zu minimieren sowie einen gesunden und artenreichen Bestand an Wassertieren zu erhalten. Eintreten für die letzten unberührten Fließstrecken, Verbesserung von Gewässerstrukturen, Schaffung von Fischwanderhilfen, ständige Beaufsichtigung unserer Gewässer sind nur ein Teil der täglichen Arbeit.

An einem naturbelassenen Fließgewässer angeln zu dürfen ist spannend und zugleich lehrreich, kann man doch den Gewässerlebensraum in seiner ganzen Vielfalt erleben. Gerade auch das Naturerlebnis ist es, das für viele Angler den Reiz dieser Freizeitbeschäftigung ausmacht. Natürlich spielt dabei auch das Fangerlebnis eine bisweilen nicht zu unterschätzende Rolle. Einerseits der Fang von frischem Fisch, welcher ernährungsphysiologisch wertvoll ist, andererseits der erholsame Aufenthalt an der frischen Luft. Aber zur erfolgreichen und verantwortungsbewussten Angelfischerei gehören auch die notwendigen rechtlichen Voraussetzungen (amtliche Fischerkarte, Fischereilizenz), die notwendigen fachlichen Kenntnisse (Fertigkeiten und Geräte), ein gewisses Maß an Geduld, sowie Wissen über die Gewässer und ihre Bewohner.

 

Der Fisch als Nahrung

Unsere heimischen Süßwasserfische, egal ob aus Fluss oder Teich, gelten immer mehr als Delikatesse. In der Regel fangfrisch aus sauberen Gewässern und mit kürzesten Transportwegen. Bei der Zubereitung von Fischen immer die 3-S-Regel beachten (säubern, säuern, salzen). Vor allem nicht zu lange und nicht zu heiß garen, ansonsten wird der Fisch trocken.

 

Tourismusförderung - Thaya als Naturerlebnisraum

Der Tourismus ist ein wichtiges wirtschaftliches Standbein für das Thayatal. Die sanfte touristische Nutzung des Thayatals ist für einen nachhaltigen Erfolg wichtig. Wesentliche Elemente des touristischen Angebots sind die natürliche Landschaft, die von der Deutschen Thaya, Mährischen Thaya und der Thaya mit ihrer intakten Flusslandschaft entscheidend geprägt werden, abgerundet durch reichhaltige Kultur-, Genuss-, und Naturangebote.

 

„Wenn das Angeln heute schwer ist

und der Fischkorb meistens leer ist,

meint des Anglers trüber Sinn:

In dem Wasser ist nichts drin!“

„Oh, diese Angler!“

(Lästerungen des Laien)

Dr. Karl Heinz Dworczak, Graz

aus Österreichs Fischerei – Heft 2

5. Jahrgang, Februar 1952

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